Charité : Gewinn

Hahnenkämpfe sind selten produktiv, aber es gibt Ausnahmen. Seit 2009 haben sich Finanzsenator Ulrich Nußbaum und Charité-Chef Karl Max Einhäupl nichts geschenkt. Der Streit um die Frage, wie Europas größtes Uni-Klinikum wirtschaftlich zu führen ist, hat beide Männer tief entzweit. Doch das Ergebnis lässt sich sehen: Die Charité schreibt seit 2011 schwarze Zahlen. Symbol der neuen Wirtschaftlichkeit ist das großartige Labor, das seit einem Jahr gemeinsam mit dem landeseigenen Krankenhauskonzern Vivantes betrieben wird. Synergien und eine größere Effizienz der Verwaltung – im mühsamen Ringen zwischen Senat, Parlament und Charité hat dies einen Erfolg gebracht, der offenbar nachhaltig ist. Auch 2012 sind Überschüsse zu erwarten. Ohne den glänzenden Ruf, den die Charité in der Welt genießt, wäre dies alles nichts. Deshalb kann die Charité froh sein, einen exzellenten Wissenschaftler an der Spitze zu haben – und keinen Finanzbeamten. Dafür sind andere da, und der öffentliche Eigentümer hat seine Möglichkeiten auch genutzt, druckvoll Einfluss zu nehmen. Es wird nun Zeit, dass endlich, wie versprochen, der Bund über das Max-Delbrück-Centrum in die Finanzierung der Charité einsteigt. za

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