Meinung : Chinas WTO-Beitritt: International eingebunden

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Chinas Beitritt zur Welthandelsorganisation WTO ist perfekt. Auch das eine Folge der Anschläge, weil einer der Preise, die Präsident Bush für die internationale Koalition gegen Terror bezahlt? Nein, mit dem Durchbruch war bereits gerechnet worden, ehe die Horrorbilder aus New York bekannt wurden. Nach fünfzehn Jahren Verhandlungen wird China - ein Fünftel der Menschheit - WTO-Mitglied. In Genf wurde bis zuletzt um Fristen für die Öffnung bestimmter Industrie gestritten und um jeden Prozentpunkt bei Subventionen gefeilscht. Die Volksrepublik und ihre 1,2 Milliarden Menschen werden durch den WTO-Beitritt nicht nur gewinnen. Zwar werden sich die Märkte in Europa und den USA für chinesische Produkte weiter öffnen, und wird Chinas rasantes Wachstum sich nochmals beschleunigen. Zugleich erhöht sich aber der Druck, weil ausländische Firmen in das Land drängen. Chinas Staatsindustrie, noch immer die Hälfte der Wirtschaft, wird Millionen entlassen müssen. Soziale Spannungen und Unruhen werden zunehmen. Deshalb wurden in sensiblen Bereichen mehrjährige Übergangsfristen vereinbart. Peking braucht die Konkurrenz aber auch. Nur Wettbewerb wird Chinas Firmen fit für den Weltmarkt machen - und das Wachstum ermöglichen, das die Staatswirtschaft allein nicht erzielen kann. Das bedeutet auch mehr Integration Chinas in die Weltpolitik. Was gut ist für George Bush.

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