Christian von Boetticher : "Die Frage stellt sich derzeit nicht"

Über die Frage des CDU-Spitzenkandidaten bei den gerichtlich auferlegten vorzeitigen Landtagswahlen sei noch keine Entscheidung gefallen sei, heißt es in Schleswig-Holstein. Ein Porträt über den designierten Nachfolger Carstensens: Christian von Boetticher.

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Nahezu identisch hören sich im Augenblick die Antworten an, wenn Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Peter Harry Carstensen und sein designierter Nachfolger als Landesparteivorsitzender, Christian von Boetticher, Journalisten versichern, dass über die Frage des CDU-Spitzenkandidaten bei den gerichtlich auferlegten vorzeitigen Landtagswahlen noch keine Entscheidung gefallen sei: Nein, diese Frage stelle sich derzeit nicht.

Auf bundespolitischer Ebene kennt ihn kaum jemand, obwohl er bei seiner Körpergröße von 1,97 Meter nicht zu übersehen ist. Diesbezüglich überragt Boetticher seinen politischen Ziehvater Carstensen um sechs Zentimeter. Am 24. Dezember quasi als Christkind geboren, hat es den jetzigen CDU-Fraktionsvorsitzenden im Kieler Landtag mit 16 zur Schüler- Union, dann zur Jungen Union und schließlich mit 18 zum christdemokratischen Parteibuch geführt. Mit 29 zog er ins Europaparlament ein, ehe Carstensen den promovierten Juristen aus Pinneberg „entdeckte“ und ihn 2005 zum Umwelt- und Landwirtschaftsminister machte. Der 39-Jährige ist ledig, seit einigen Jahren aber mit Hamburgs CDU-Pressesprecherin Anna Christina Hinze liiert. Er soll nun im nördlichsten Bundesland einen parteiinternen Generationenwechsel einleiten, wie er zuletzt auch schon in Niedersachsen und Hamburg an der Spitze vollzogen wurde. Zeitgemäß gibt sich der frühere Jugendfußballer bei seiner Facebook-Kommunikation im Internet. Damals hat er immer im Sturm gespielt, weil er auf Torejagd gehen wollte. Von einer 0:10-Klatsche in der E-Jugend behauptete er einmal, das sei seine größte Niederlage im Leben gewesen.

Er gilt als strebsam, ehrgeizig, scheut aber auch keine Konflikte in den eigenen Reihen. Von ihm weiß man, dass er auch innerhalb der Union für einen schnelleren Ausstieg aus der Atomenergie steht, und trotzdem das wertkonservative Profil seiner Partei nicht aus den Augen verliert. In seiner Freizeit setzt er sich schon mal ans Klavier oder lauscht Frank Sinatra. Noch aus seiner Kieler Studienzeit rührt die Mitgliedschaft in der schlagenden Verbindung Landsmannschaft Slesvico-Holsatia. Seit geraumer Zeit haftet ihm der Name „Kronprinz“ an, weil es für alle Beobachter ausgemachte Sache war und ist, dass Boetticher das Carstensen-Erbe antreten wird – und wenn er dann zum richtigen Zeitpunkt gefragt wird, auch als Ministerpräsidentenkandidat.

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