Computer-Pisa : Schlechte Schatzgräber

Sie gelten als die „Digital Natives“. Die 15-Jährigen gehören zu der Generation, die mit Tablets und Smartphones, mit sozialen Netzwerken und Online-Diensten aufgewachsen ist und sich das „Neuland“ nicht mühsam erschließen muss. Wirklich? Schaut man Neuntklässlern auf die Finger, fällt auf, dass sie vor anspruchsvolleren Recherchen zurückschrecken, sei es für die Präsentation in der Schule oder um ihre Bahnreise zu buchen. Das neue Computer-Pisa zeigt zwar, dass es bei der Qualität der Online-Suchen soziale Unterschiede gibt: Die Bessergestellten holen sich mehr Informationen für Schule und Freizeit aus dem Netz, die Ärmeren klicken eher Videos an. Doch abgesehen von wenigen Ausnahmen tun die Schulen insgesamt zu wenig, um Kindern und Jugendlichen die digitalen Schätze jenseits von Wikipedia zu erschließen. Weil sie technisch schlecht ausgestattet sind und weil sich zu viele Lehrkräfte mit dem Digitalen selber schwertun. Aus der Pisa-Erkenntnis, dass viel Zeit am Schulcomputer nicht automatisch zu besseren Leistungen im Lesen, in Mathematik und Naturwissenschaften führt, muss jetzt eine Qualitätsoffensive an den Schulen folgen. -ry

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