Meinung : Da hängt was dran

RUFE NACH LAFONTAINE

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Er ärgert sie – und sie hängen doch an ihm, an ihrem Oskar. Das war schon immer so bei den Sozialdemokraten. Anfang der neunziger Jahre, das Thema war die BrandtNachfolge im Parteivorsitz, hat Lafontaine sie enttäuscht, als er nicht kam. Ende der neunziger Jahre, das Thema waren sein Parteivorsitz und das Ministeramt, hat er sie noch mehr enttäuscht, als er ging. So brachial war der Abgang, dass das Verhältnis zerbrochen zu sein schien. Aber es ist nicht so. Im Saarland schon mal gar nicht, weil er da lange regiert hat, im Bund aber auch nicht, weil er die SPD erfolgreich zum Wahlsieg dirigiert hat. Früher galt er als (rechter) Reformer, dann als (linker) Traditionalist, aber eigentlich war er vor allem eines: nicht einzuordnen. Das ist seine Stärke und seine Schwäche. In diesen Zeiten, in denen es der Partei dermaßen schlecht geht, sucht sie einen, der ihr aufhelfen kann. Oskar Lafontaine? Er würde vor allem sich selber helfen. cas

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