Meinung : Da tritt mich doch ein Elch

BENNETER IST SPD-GENERALSEKRETÄR

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Die schärfsten Kritiker der Elche waren früher selber welche – pardon, aber an diesen Reim von F. W. Bernstein hat K. U. Benneter erinnert, der neue SPDGeneralsekretär. Wie er die Abweichler ansprach, sie auf sein Beispiel hinwies, auf seinen Rauswurf und Wiedereintritt … Ja, vom Basisschreck und Stamokap-Vertreter zum Hüter sozialdemokratischer Werte und Grundsätze, das ist schon ein langer Weg. Er hat ihn geschafft, das Wahlergebnis ist überraschend freundlich. Dialektisch könnte man sagen: ein gelungener Marsch durch die Institutionen. Aber Benneter ist nicht der alte Querkopf, der sich nur mit Anzug und Krawatte tarnt. So wie er gestern gesprochen hat, ist klar geworden, dass hier ein Mann für den Apparat geholt wurde; und richtig ist, dies als letzter Rückgriff auf seine Vergangenheit, dass die Stamokaps immer gut organisieren konnten. Aber Benneter wird, wenn er seine papiern wirkende Rede wirklich mit Leben erfüllt, kein Apparatschik, sondern vielleicht der werden, den jede Partei braucht: Einer, der in den Verbänden herumreist und zuhört. Benneter als Anwalt der Basis – so könnte er zum kleinen Schrecken der „großen“ Funktionäre werden. Das bisschen Anarchismus täte der großen, alten SPD ganz gut. cas

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