Meinung : „Da tut sich etwas in Bezug aufs Klima“

Ursula Weidenfeld

Wenn der 54-jährige Texaner Rex Tillerson einen Raum betritt, dann strahlt er Zuverlässigkeit und Stabilität aus. So charakterisierte CNN den Chef der Ölfirma Exxon. Zumindest für die Ergebnisse des Unternehmens, das Tillerson seit gut einem Jahr führt, stimmt das auch. Sie waren schon immer prima – und im vergangenen Jahr waren sie superprima. Exxon hat 2006 den höchsten Gewinn gemacht, den je ein Unternehmen in der Wirtschaftsgeschichte ausgewiesen hat: Fast 40 Milliarden Dollar fuhr die Öl- und Energiefirma ein, das sind mehr als 30 Milliarden Euro. Das muss man sich einmal vorstellen – Exxon verdient mehr Geld als das Land Kroatien im ganzen Jahr an Bruttoinlandsprodukt auf die Beine bringt. Mit dem Geld könnte man die komplette Deutsche Post kaufen oder BMW, wenn es etwas schnittiger sein sollte.

So ein Ergebnis schafft man nur, wenn man an anderer Stelle sparsam ist, das ist klar. Im Januar rief Exxon ein Bundesgericht in San Francisco auf, ein Urteil zu revidieren. Exxon sollte für die Umweltkatastrophe, die die Havarie der Exxon Valdez 1989 vor Anchorage (Alaska) ausgelöst hatte, 2,5 Milliarden Dollar Entschädigung bezahlen. Exxon findet, dass das zu viel ist. Schließlich habe der Konzern schon Milliarden zur Beseitigung der Umweltschäden ausgegeben. 25 Millionen könne man schon noch aufbringen, ließ Tillerson ausrichten.

Kein Wunder, dass sich nun in den USA viele fragen, ob und wie der Verdienst von Exxon und die Belastung der Umwelt zusammenhängen. Schließlich fördert allein die Firma Exxon mehr Öl als ganz Kuweit – und die fossilen Energieträger werden allgemein als einer der Hauptverursacher für Klimawandel angesehen. Tillerson argumentiert, Exxon sorge nur dafür, dass der Treibstoff für Wachstum und Wohlstand bereitgestellt würden – wie damit umgegangen werde, obliege dem Konzern dagegen nicht. Zwar sehe auch er, „dass sich etwas tut in Bezug auf das Klima“, gestand er beim Weltwirtschaftsforum in Davos erstmals ein, aber ob es daran liege, dass Menschen Öl verbrauchen, sei noch lange nicht bewiesen. Das will er jetzt herausfinden lassen.

Der US-think tank American Enterprise Institute (AEI) hat extra einen Preis ausgelobt: Wer nachweist, dass es den Klimawandel nicht gibt oder dass er wenigstens nicht von Menschen verursacht wird, kann 10 000 Dollar gewinnen, plus Spesen. AEI-Hauptsponsor: Exxon.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben