Meinung : Da waren’s nur noch zwei

Von Anja Kühne

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Die Freie Universität und die Humboldt-Universität haben die Endrunde im Elitewettbewerb erreicht. Das ist keine Überraschung, sondern eine Selbstverständlichkeit. Beide gehören zu den forschungsstärksten Universitäten in der Republik, wie alle Rankings beweisen. Das Missgeschick der HU in der ersten Runde des Wettbewerbs vor einem Jahr, in der sie sogleich ausschied, ist vergessen. Diesmal hat sie sich mit ihrem Antrag mehr Mühe gegeben. Die TU Berlin ist wieder nicht in die Endrunde gekommen; die Konkurrenz der anderen technischen Unis ist zu stark. Doch zeigt die TU Berlin ein weiteres Mal, dass sie sehr starke Bereiche hat.

Und jetzt? Bei der Endausscheidung im Oktober ist kaum damit zu rechnen, dass sowohl die Freie Universität als auch die Humboldt-Universität durchs Ziel gehen. Dazu gibt es zu viele gute Kandidatinnen, die Zahl der später tatsächlich gekürten Unis dürfte aber sehr klein sein. FU und HU wissen deshalb, dass sie sich in einem dramatischen Kopf-an-Kopf-Rennen befinden.

Dieser Wettstreit wird längst nicht immer in Freundschaft ausgetragen. Ursache ist der Kampf um die knappen finanziellen Ressourcen in der Hauptstadt. Egal, welche von beiden im Oktober ausscheidet: Für Berlin wird es ein Drama. Denn noch liegen beide Unis ihrer Leistung nach ungefähr gleichauf. Wird eine als Eliteuni zu Lasten der anderen gepäppelt, fällt die andere wohl weit zurück. Das wäre nicht nur ungerecht – es würde die Berliner Unilandschaft beschädigen. Darf das sein? Berlins Hochschulen sind Teil einer der forschungsstärksten Regionen Deutschlands. Und Berlin ist die Alma Mater der Nation. Mehr als die Hälfte der Studierenden sind keine Landeskinder. Das Schicksal der Berliner Universitäten geht deshalb nicht nur Berlin etwas an, sondern die gesamte Republik. Wenn die Hauptstadt partout nicht zwei Eliteunis haben kann oder soll, sondern nur eine: Braucht sie dann nicht doch eine Bundesuniversität?

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