Daimler und die Staatsfonds : Frisches Geld

Ausländer plündern Daimler - das ist die Angst, die mitschwingt, wenn von den "Attacken" eines Hedgefonds die Rede ist, der sich beim Autokonzern einkaufen will. Begründet ist sie nur selten.

Ob ein Investor aus dem Ausland oder dem Inland kommt, macht erst einmal keinen Unterschied. Ob, wie früher, die Deutsche Bank größere Anteile an Daimler hält oder, wie heute, das Emirat Kuwait – den Mitarbeitern und Aktionären kann es egal sein. Gefährlich wird es erst, wenn sich der Neue ins Geschäft einmischt. Bei Hedgefonds kommt dies ab und an vor, bei Staatsfonds bisher praktisch gar nicht. Im Gegenteil: Von der Finanzkrise gebeutelte Banken wie die Schweizer UBS oder die amerikanische Citibank sind froh, dass ihnen die staatlichen Investmentbehörden aus Singapur oder Abu Dhabi mit frischem Geld ausgeholfen haben, ohne dafür strategischen Einfluss zu verlangen. Umgekehrt zeigt das Beispiel Schaeffler gegen Continental, dass auch der nette Familienbetrieb von nebenan einen Dax-Konzern kaufen und möglicherweise zerschlagen kann. Dass die Regierung die gesamte deutsche Wirtschaft per Gesetz vor dem Einfluss ausländischer Investoren schützen will, ist deshalb zwar gut gemeint, geht aber zu weit. stek

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