Meinung : „Dann trete ich an“

Mirko Weber

Es ist ein weiter Weg gewesen von Reisbach in Niederbayern bis hin zu seinem heutigen Arbeitsplatz am Münchner Hofgarten. Aber Erwin Huber ist ihn gegangen und zwar beharrlich. Mittlerweile hat er als Leiter der Bayerischen Staatskanzlei freien Blick auf die Residenz, wo Kaiser und Könige einst Hof hielten, und kann sich jetzt, wo er ein gutes halbes Jahr vor seinem sechzigsten Geburtstag steht, durchaus vorstellen, demnächst im Glaspalast vis-à-vis ein noch größeres Zimmer zu beziehen. Sollte Edmund Stoiber nach Berlin gehen, will Erwin Huber sein Nachfolger als Ministerpräsident werden. Es ist seine letzte Chance auf den Job.

Stoiber hat Huber, seinem Haushofmeister fürs Grobe, aber auch  für feiner Gewirktes, schon öfter geflüstert, dass es bald so weit sein könnte, zuletzt im Jahr 2002. An der Wiege gesungen aber hat dem Huber eine solche Karriere kein Mensch, im Gegenteil: Vaterlos aufgewachsen, musste er sich ziemlich allein durchschlagen. Und er tat’s mittels der  Ochsentour: Realschule, Abendgymnasium, Universität. Kreistag, Landtag, Generalsekretariat. Schließlich Finanzminister, sein Wunschposten, wie er selber fand. Huber hat sich durchgebissen. Und er kann jederzeit verbal zuschnappen. Erster in Bayern zu werden, wäre sein Traum.

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