Darüber spricht ganz … : … Zürich

Jan Dirk Herbermann über Norman Fosters frisch renoviertes Luxushotel.

Noch sind die Teppiche und Terrazzo-Böden mit Plastikfolie abgedeckt. Doch am kommenden Donnerstag wird alles enthüllt, nach vier Jahren Renovierung öffnet das berühmte Grand Hotel Dolder erneut: Unter dem Namen Dolderresort will das famose Haus die Reichen und Verwöhnten anlocken. Das Konzept für die Generalüberholung entwarf der britische Stararchitekt Norman Foster. Stuckdecken, Parkett aus geräucherter Eiche, Design-Möbel, seltene Teppiche aus dem Orient. Kosten: 440 Millionen Franken. Das Haus glänzt wieder wie zu seinen besten Zeiten in der belle epoque. Damals diente es noch „als Ort zur Erholung und Regeneration für ruhebedürftige Städter“.

Seit Donnerstag ist das Hotel schon einmal für die Schaulustigen geöffnet und an diesen Tagen der offenen Tür werden bis zu 20 000 Besucher erwartet. Am ersten Besuchstag pilgerten jedenfalls bereits 4000 Menschen auf den Zürichberg. Der einstündige Rundgang führt die Besucher durch die Eingangshalle, durch Restaurants, Zimmer, Ballsaal und das Spa. Dabei herrsche eine geradezu museale Stimmung, berichtet die „Neue Zürcher Zeitung“: „Gesittet, ja geradezu andächtig schreiten die Besucher auf der vorgegebenen Route durch Gänge und Hallen des Hauses.“ Die wenigsten von ihnen werden es sich vermutlich leisten können, nach der Eröffnung als Gäste ins Dolder zurückzukehren: Im Turm des Hauptgebäudes, in der 400 Quadratmeter großen Maestro-Suite, kostet die Nacht 14 000 Franken. Zwischen Bibliothek, Kamin, Dining Room und Lounge kann sich der betuchte Besucher wie in der eigenen Villa fühlen.

Doch das Dolder ist nur eines von insgesamt 87 Fünfsternehotels der Schweiz. Für das vergangene Jahr meldeten die Nobelherbergen einen Besucherrekord: Rund 3,2 Millionen Gäste logierten in den Traumhäusern zwischen Zürich, Zermatt und Genf. Und der Andrang auf das Gute, Edle und Schöne treibt die Branche zu neuen Höchstleistungen. „Ja, der Trend geht zu noch mehr Exklusivität“, sagte Roger Walser von Schweiz Tourismus. „Gerade die Nobelhäuser müssen ihren Gästen immer mehr bieten.“ Der Wunschzettel reicht vom schnell erreichbaren Flugplatz für den Privatjet über den jederzeit verfügbaren Butler, einem Schönheitsbad in der Eisgrotte bis hin zum butterweich gekochten Ei auf alpiner Höhe: In St. Moritz (1856 Meter) muss der Kellner das Geflügelprodukt schließlich länger kochen als etwa in der norddeutschen Tiefebene.

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