Meinung : Das bisschen Kultur

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Berlins Regierender Bürgermeister muss kein Opernfan sein. Er braucht überhaupt keine Leidenschaften für die Kultur zu entwickeln, das ist nicht sein Job. Aber es ist seine politische Pflicht, dafür zu sorgen, dass der Weltrang, den die Orchester, die Bühnen und die Kunstszene dieser Stadt haben, keinen Schaden nimmt. Wenn Klaus Wowereit im Wahlkampfgerangel nun Michael Schindhelms Opernstiftung attackiert, wenn das Opernproblem für ihn zuvörderst eine Finanzfrage ist und er seinem Noch-Kultursenator Thomas Flierl eine sehr kühle Schulter zeigt, hat man jedoch den Eindruck, dass ihm all das herzlich egal ist. Kultur zuletzt: Ahnt Wowereit eigentlich, dass der Musikmetropole ein Erdbeben bevorsteht, wenn Schindhelm nächste Woche sein gewiss unbequemes Reformpapier vorlegt? Er fände es vernünftig, wenn der Bund die Staatsoper übernimmt, hat der Regierende zu Protokoll gegeben. Ein unvernünftiger Satz. Denn der Bund hat längst etliche Berliner Kulturinstitutionen übernommen, auch bei der Staatsopern-Sanierung beteiligt er sich. Wowereit dagegen erteilt der Kulturstadt eine ruppige Abfuhr. Auf die Wählerstimmen der Kulturstädter legt er offenbar keinen Wert. chp

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