Meinung : Das Ende der Schützengräben

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Peter Struck baut die Bundeswehr um. Ein titanisches Unterfangen, das freilich nur dann gelingen kann, wenn die neuesten Erkenntnisse betr. richtige Strukturreform auch von ihm beherzigt werden. Einfach sind die rein formalen Neuerungen, mit denen die Armee auf neuzeitliche Herausforderungen angemessen reagiert. Statt „Stillgestanden!“ heißt es in Zukunft „Alle mal herhören“, statt „Ich reiße dir den Arsch auf!“ käme die Formulierung „Darf ich Ihnen einen Vorschlag machen?“ in Betracht, der Schützengraben könnte als coole „Sniper’s Lounge“ größere Akzeptanz beim Chillout zwischen den Gefechten finden. Schwerer umzusetzen sind die kostenträchtigen Reformen. Der Soldat wird nicht mehr sinnlos herumballern können, weil ihm eine fühlbare Eigenbeteiligung an der Munition auferlegt wird. Wendet er sich nicht an den zuständigen Allgemeinfeldwebel, sondern sofort an einen Fachoffizier, ist dafür eine weitere Gebühr fällig; der Feldwebel erhält leistungsbezogen für jeden Anpfiff eine Fallpauschale, mit der alle Kosten abgedeckt sind. Absehbar ist ferner die Einführung von Chipkarten, die beim Gegner vorgezeigt werden können und dort die schnellere Abwicklung der Kriegsgefangenschaft ermöglichen. Noch einfacher wäre es, den Einsatz von Soldaten im Kriegsfall rahmentarifvertraglich ganz auszuschließen. Doch wird Peter Struck diesen Schritt wagen?

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