Meinung : „Das Ergebnis zählt …

Thorsten Metzner

… und dafür muss ich Partner gewinnen.

Gerade hat Johanna Wanka die Rettung des Künstlerhauses im Schloss Wiepersdorf verkündet, dessen Aus nach dem Rückzug der ostdeutschen Länder besiegelt schien. Fragt man Brandenburgs Kultur- und Wissenschaftsministerin nach diesem Erfolg, schwärmt die Christdemokratin vom Engagement der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und der Kulturstaatsministerin Christina Weiss. Das eigene beharrliche, monatelange Werben vor und hinter den Kulissen wird nur am Rande erwähnt. „Man sollte fair sein und Siege teilen können“ – so lautet eine persönliche Maxime von Wanka, die als neue Präsidentin der Kultusministerkonferenz nun auf der bundespolitischen Bühne mitspielt.

Es ist ungewöhnlich, dass Brandenburgs Sozialdemokraten dieses in Zeiten von Pisa so wichtige Amt dem kleineren Koalitionspartner überließen. SPD-Ministerpräsident Matthias Platzeck schätzt die Kompetenz, den gewinnenden Charme der 53-Jährigen. Gut möglich, dass seine Entscheidung sich angesichts der verhärteten Lagerfronten im Föderalismus-Streit sogar bundespolitisch als kluger Schachzug erweist. Wanka gilt in der Potsdamer Koalition als Frau des Ausgleichs. Ihr unorthodoxes Herangehen wird auch von Sozialdemokraten geschätzt. Zwar halten manche der Mathematik-Professorin und früheren Rektorin der Fachhochschule Merseburg vor, sie sei bisweilen „zu vorsichtig“ und „konfliktscheu“. Aber dass so ein Eindruck entstehen kann, liegt womöglich an ihrem Politik-Stil. „Ich bin niemand, der für lautes Getöse steht, der polarisiert“, sagt Wanka. Im Potsdamer Kabinett gehört sie längst zu den profilierten Köpfen und kann eine ansehnliche Bilanz vorweisen. Das klamme Brandenburg ist zwar bei den Hochschulausgaben immer noch bundesweites Schlusslicht. Doch hat die Ministerin eine Trendwende durchgesetzt.

In der Kultusministerkonferenz steht die neue Präsidentin vor schweren Aufgaben. Die Reform der Institution muss vorangetrieben werden. Wanka ist angetreten, die zerstrittenen Länder zu einen – etwa bei den Studiengebühren. Zwar sieht sie ein „gewachsenes Maß an Gemeinsamkeiten“, sagt aber auch: „Es bleibt vermintes Gelände.“ Ein Nebeneffekt des neuen Amtes: Wanka wird sich als zweite Unionsstimme aus Brandenburg neben Parteichef Schönbohm in der Bundespolitik profilieren können. Manche meinen, dass das auch ihre Chancen verbessert, Schönbohm einmal zu beerben. Doch hält sich Wanka, die erst 2001 in die CDU eintrat, über ihre Ambitionen bedeckt. Auf die Frage nach einer persönlichen Schwäche nennt sie eine Eigenschaft, die viele an ihr schätzen. „Ich bin sehr impulsiv.“

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