Meinung : Das geht nicht zusammen

Berichterstattung zu Nahost

Ob die Konflikte zwischen Israel und Gaza je gelöst werden, kann niemand momentan genau sagen. Es hat für uns den Anschein, dass das vielleicht gar nicht gewollt ist.

Eine Lösung wäre doch die folgende: Es wird, beispielsweise in den UN, eine Kommission gegründet, die eine Art Friedensgericht darstellt. In Israel und Gaza werden Vertraute benannt, die ein gemeinsames Parlament gründen, in dem alle Fragen zunächst untereinander diskutiert werden. Wenn dieses Parlament zu keiner Lösung kommt oder eine Partei die Anträge der anderen Partei nicht akzeptieren kann, wird diese Kommission angerufen und entscheidet dann über die weitere Vorgehensweise. So ist gewährleistet, dass beide Parteien sich einigen müssen oder aber eine übergeordnete Partei Entscheidungen trifft, die von beiden Seiten einzuhalten sind. Wer sich dann nicht daran hält, hat mit Konsequenzen zu rechnen.

Aus unserer Sicht ist das ein sehr vernünftiger Vorschlag. Wir wissen auch nicht, warum noch niemand von den Diplomaten darauf gekommen ist. Oder ist eine Lösung vielleicht wirklich nicht gewollt? So kann es jedenfalls nicht weitergehen.

Die Einhaltung der Menschenrechte als Mindeststandard muss auf beiden Seiten gewährleistet sein und muss auf beiden Seiten mit allen Mitteln durchgesetzt werden. Bei dem hier aufgezeigten Beispiel darf weder das Existenzrecht Israels noch das Existenzrecht der Palästinenser und einer für sie eigenständigen Regierung jemals bezweifelt werden.

Mehmet und Heike Canbulat,

Berlin-Karow

Über Jahrzehnte ist es nicht gelungen, einen Frieden in Nahost zu erreichen. Das Ziel Israels, den Staat bis zum Jordan auszudehnen, und das Ziel Palästinas, einen eigenen Staat zu erhalten, sind nicht kompatibel.

Die Abriegelung von Gaza, dem dichtest besiedelten Gebiet der Welt, hat in diesem Teil Palästinas zu Resignation und Verzweiflung und Radikalisierung geführt und zur Wahl der Hamas als Regierung. Der (wirkungslose) Beschuss Israels kann von niemandem gutgeheißen werden; es sind die Nadelstiche Davids gegen Goliath. Und Goliath schlägt mit aller Macht zurück. Verständlich – aber nicht zielführend. Die Lösung muss heißen: Entsprechend der UN-Resolutionen einen Frieden durch die Schaffung eines Palästinensischen Staates zu schaffen. Wenn die Beteiligten dieses Ziel nicht erreichen, muss es die internationale Gemeinschaft erreichen.

Dr. Jan-Günter Frenzel,

Berlin-Lankwitz

Verbringe hier gerade Urlaub in Israel und bin wie immer traurig und wütend zugleich, wenn ich die leider auch in Ihrem renommierten Blatt aufreißerischen Berichte, so vom 16. November („In Nahost droht neuer Krieg“), lese. Gleich zu Anfang springt einem das Foto (brennend) ins Auge (sieht im ersten Moment wie Tel Aviv aus). Erst auf den zweiten Blick (Untertitel) kann man dann erkennen, dass Gaza-Stadt gemeint ist.

Soweit erinnerlich, wurden der Hamas gerade kürzlich 400 000 Dollar aus Katar überreicht. Ich denke, es ist und war schon immer genügend Geld da, um vernünftige Schutzvorkehrungen für die Bevölkerung einzurichten. Jeder Israeli wird beim Erwerb seiner Wohnung dazu gezwungen, einen extra Schutzraum (privat finanziert) in seiner Wohnung einzurichten.

Vielleicht sollte man das Ganze auch einmal aus dieser Sicht betrachten.

Rosa Hoffmann, Berlin-Wilmersdorf

Keiner hat die Lage in Gaza so gut getroffen wie Klaus Stuttmann in seiner Karikatur vom 17. November. Tagelang habe ich gedacht: „Warum schreibt denn keiner, dass in Israel bald gewählt werden soll, und Netanjahu für sein Volk die Muskeln zeigen wollte und dazu einen Hamas-Krieger gezielt tötete? Er wusste, was die Rache sein würde. Er kann jetzt den mutigen Macho spielen, aber in Wirklichkeit hat er sein Volk in Gefahr gebracht.

Els Boerma, Berlin-Lichterfelde

All die rastlose Reisetätigkeit westlicher Politiker und ihre flammenden Friedensappelle im Zusammenhang mit der eskalierenden Nahost-Krise können nicht über die jahrzehntelangen Versäumnisse hinwegtäuschen, endlich einen gerechten Ausgleich und Frieden zwischen Palästina und Israel zu schaffen.

Was hat sich seit dem letzten Gaza-Krieg vor vier Jahren durch politische Initiativen geändert? Nichts, es ist alles noch viel schlimmer geworden. Der frisch wiedergewählte US-Präsident Barack Obama war viel zu sehr mit seinem Wahlkampf beschäftigt und tourt jetzt durch die „Zukunftsregion“ Asien-Pazifik, um ihr seine Avancen zu machen, anstatt sich mit aller Intensität dem Krisenherd Nummer 1 auf dem Globus zu widmen. Und vom Nahost-Quartett ist weit und breit auch nichts Substanzielles zu vernehmen.

Ebenso verhallen die Appelle der deutschen Bundesregierung ungehört. Nicht ein konstruktiver Ansatz einer Initiative für eine Nahost-Friedenskonferenz ist erkennbar. Die Menschen in Palästina und Israel sehen sich angesichts des Bomben- und Raketenhagels in ihrem Leid allein gelassen und haben auch kein Ende der furchtbaren kriegerischen Auseinandersetzungen vor Augen. Eine Schande für unsere zivilisierte Welt, die immer wieder nur zuschaut und appelliert, statt konkrete Friedenslösungen auf Dauer anzustreben und auch durchzusetzen! Wer ist der zukünftige Friedensnobelpreisträger, der diesen gordischen Knoten durchschlägt?

Hans-Henning Koch, Berlin-Wannsee

Der Bericht im Tagesspiegel vom Sonntag (18. November) zu dem Konflikt Israel-Gaza/Hamas war endlich einmal nicht von dieser üblichen Voreingenommenheit gegen Israel geprägt. Es war ein Bericht, der sich auch kritisch mit der Politik der Hamas in Gaza befasste. Es war mir immer zu einseitig, wenn kaum oder gar nicht über die permanenten Provokationen der Hamas gegenüber Israel berichtet wurde.

Bleibt mir die Hoffung, künftig häufiger Berichte zu lesen, die sich auch kritisch mit den Provokationen der Hamas auseinandersetzen.

Thomas Beuttner, Berlin-Spandau

1 Kommentar

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben