Meinung : Das Gesicht wahren

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Dass der Krieg schnellstens beendet werden muss, weiß mittlerweile auch die israelische Regierung. Gemäß nahöstlicher Verhandlungstaktik geht es jetzt nur noch darum, das eigene Gesicht zu wahren. Israels Außenministerin Zippi Livni hatte schon kurz nach Kriegsbeginn die Konturen eines Waffenstillstandsabkommens gezeichnet, die dem nun vorliegenden sehr ähnlich sehen. Im Laufe des Krieges wurde sie von Regierungschef Ehud Olmert auf die Seite gedrängt und nun gar bestraft, indem er ihr die dringend notwendige Reise in die USA untersagte, wo sie dem Abkommen den letzten Schliff verabreichen wollte. Doch Olmert und die Armeespitze müssen sich schon fragen lassen, wofür sie einen Monat Krieg geführt haben, wenn dessen Ergebnis nicht nur für Livni schon von Anfang an feststand. Einen Krieg, von dem sie das wichtigste Ergebnis nicht wahrhaben wollen: Die Regionalmacht Israel hat gegen die winzige Hisbollah den – zumindest bisher – lebenswichtigen Abschreckungsfaktor verloren. Sie mag über Atomwaffen verfügen. Gegen Terror und Raketenhagel erwies sich die mächtige israelische Armee als weitgehend hilf-, zumindest aber ziemlich erfolglos. cal

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