Meinung : „Das Klima ist so …

Alfons Frese

… schlecht wie nie.“

Die stärksten Betriebsräte sitzen in Wolfsburg und Sindelfingen. Klaus Volkert von VW macht gerade Urlaub; sein Kollege Erich Klemm, Gesamtbetriebsratsvorsitzender bei Daimler-Chrysler, muss sich dagegen in einem Klima bewähren, „wie man es sonst nicht kannte“. Klemm meint die Attacke der Konzernführung auf die Beschäftigten: Entweder ihr verzichtet auf dieses und jenes oder die nächste C-Klasse wird nicht mehr in Sindelfingen produziert. Ausgerechnet Sindelfingen. Hier werden seit vielen Jahren die größten und schönsten Mercedes gebaut, hier wurde Klemm 1954 geboren, hier begann er beim Daimler mit 16 Jahren eine Maschinenschlosserlehre.

Seit gut fünf Jahren repräsentiert Klemm alle Arbeitnehmer von Daimler-Chrysler in Deutschland. In der Regel geräuschlos. Klemm ist ein so genannter Co-Manager: Er kooperiert mit dem Vorstandschef Jürgen Schrempp und opponiert eher selten. Klemm trägt feine Anzüge und eine randlose Brille. Ein Tariffuchs, wenn in Baden-Württemberg die Lohnerhöhungen für die ganze Metallindustrie ausgehandelt werden. Er verkörpert den Stolz der Daimler-Belegschaft – auf das weltberühmte Produkt, gutes Geld, gewonnene Arbeitskämpfe. In diesem Sommer muss er realisieren, dass es nicht nur nach oben geht. Nicht mal in Sindelfingen.

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