Meinung : Das Krokodil weint

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Meist bringen Agenturen schlechte Nachrichten, ganz selten nur bieten sie Anlass zur Heiterkeit. Gestern war so ein Tag: Um 16 Uhr 04 meldete AFP: „Möllemann attackiert Friedman erneut." Um 16 Uhr 43 berichtete dpa: „Möllemanns Antisemitismus-Streit könnte FDP Wahlchancen kosten." Danach vergingen noch 37 Minuten, bis AFP meldete: „Möllemann bedauert umstrittene Äußerungen zu Friedman." Einen hintergründigen Humor beweist der wendige FDP-Vize mit seiner Erläuterung zur Läuterung: „Ich war zornig und bin dann aus der Haut gefahren. Ich bin eben auch nur ein Mensch." Mensch Möllemann hat binnen zweier Wochen den Vorwurf, Friedman schüre mit seiner „gehässigen Art" den Antisemitismus, mindestens ein Dutzend Mal wiederholt. Was muss Möllemann für ein Wutknopf sein, wenn Zorn sein Motiv war? Wie viele Häute hat er, dass er so oft daraus fahren kann? In Wirklichkeit waren seine Anfeindungen gegen Friedman so kalt kalkuliert wie seine halbe Entschuldigung gestern. Möllemann will die Antisemitismus-Nummer beenden, weil er sie nicht mehr braucht. Und weil sie ihm langsam gefährlich wird. Die Botschaft ist ohnehin angekommen: Ich bin euer Allesaussprecher. Bierselige und Beladene, wählt mich! bul

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