Meinung : Das Land und sein Kandidat

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Sollte Edmund Stoiber am 22. September die Wahl gewinnen, dann wird er den Deutschen ein passender Kanzler sein. Denn seine Politik entspricht noch ein wenig mehr der vorherrschenden Mentalität als die des Amtsinhabers. Werte, sagt der Kandidat, müssten das Land zusammenhalten, ihm Selbstvertrauen und Richtung wiedergeben. Deutschland verdiene einen Spitzenplatz in der Welt und nicht das Schlusslicht. Zeit zum Aufbruch, Zeit für einen Ruck. Die meisten Deutschen sehen das genauso. Und damit dies alles noch ein bisschen glaubwürdiger und weniger nach allfälligen Worten des gegenwärtigen Bundeskanzlers klingt, hat sich Stoiber für seinen großen programmatischen Auftritt den Vater aller Ruck-Reden, Roman Herzog, als Conferencier geborgt. Die größte Übereinstimmung mit der Stimmung in der Mehrheit des Volkes erlangt Stoiber aber dadurch, dass auch er sich als ein andächtiger Verehrer des Heiligen Florians, der bitte sehr die Häuser der anderen anzünden mag, erweist. So kalkuliert Stoiber bei seiner Ablehnung der Ruck-Strategie von Peter Hartz für den verkrusteten Arbeitsmarkt. Das passt zu den Deutschen – dem Land hilft es nicht. psi

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