Meinung : Das Modell Stumpenhusen

GEWERKSCHAFTEN GEGEN SOLIDARPAKT

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Der öffentliche Dienst in Berlin hat drei Probleme: Es gibt zu wenig Arbeit für zu viele Beschäftigte, und das bankrotte Land hat kein Geld, sich diese Beschäftigten zu leisten. Deswegen will der Senat mit den Gewerkschaften über einen Solidarpakt verhandeln. Ein Vorschlag ist die Einführung der 35-Stunden-Woche ohne Lohnausgleich. Die Berliner Landesvorsitzende der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi, Susanne Stumpenhusen, hat offenbar nur ein Problem: die heilige Kuh der bundesweiten Flächentarifverträge. Deswegen wird der Vorschlag des Senats gleich zu Teufelszeug erklärt. 250 Millionen Euro könnte die Stadt jährlich sparen – und den Personalabbau vermeiden. Für welche Gruppen ein reduziertes Gehalt tragbar ist, wäre auszuhandeln. Arbeit umverteilen – haben das nicht Gewerkschaften immer gefordert? Wer die Krise als Chance sieht, könnte anders argumentieren: Wenn es gelingt, in Berlin kürzere Arbeitszeiten zu vereinbaren, dann hätte das Modellcharakter für andere Bundesländer. Damit könnte sich Frau Stumpenhusen als Reformerin präsentieren. Wenn ihr etwas daran läge. gn

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