Meinung : Das Recht des ersten Zugriffs

STOIBER UND MERKEL

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Das fängt ja gut an. Nach einer erstaunlichen Demonstration der Geschlossenheit im Wahlkampf – dem eigentlichen Sieg des Edmund Stoiber – beginnt die Union, sich zu entzweien. Und zwar auch wegen: Stoiber. Der CSU-Vorsitzende hat in kurzer Zeit zwei Mal foul gespielt. Zuerst ließ er Friedrich Merz fallen, der sich als einer der ersten für seine Kanzlerkandidatur einsetzte, dann richteten seine Christsozialen in Berlin der neugewählten Fraktionschefin Angela Merkel aus, dass dieses Amt noch nichts für die Wahl 2006 bedeute. Sollte die Rechnung sein, dass die rot-grüne Regierung höchstens ein Jahr durchhält und dann neu gewählt werden muss, ist das unrealistisch. Vor allem steigen Stoibers Chancen damit noch nicht. 2003, im Herbst, wählt Bayern; und der Ministerpräsident muss sich schon deutlich entscheiden, wohin es ihn zieht. Hinzu kommt, dass im Februar Roland Koch in Hessen wieder gewählt werden will. Gelingt ihm das, ist er, der Jüngere, vor Stoiber ein Kandidatenkandidat. Nur hat die CDU- und Fraktionsvorsitzende dann von Amts wegen das Recht des ersten Zugriffs. Aber zur Erinnerung: Die Union hat jetzt erstmal für vier Jahre verloren.cas

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