Meinung : „Das Vermächtnis …

Alfons Frese

… nehmen und neu erfinden.“

Erstmals wird ein Ausländer Chef von Sony. Die Japaner holen den 63-jährigen Amerikaner Howard Stringer mit einem klaren Auftrag nach Tokio: Profit, Profit, Profit. Denn der Gewinn beträgt derzeit nicht mal eine Milliarde Euro – ziemlich bescheiden bei den rund 60 Milliarden Euro Umsatz des Elektronikspezialisten. Obwohl erst seit 1997 als USA-Chef in Sony-Diensten, hat Stringer sich mit zwei spektakulären Deals für den Spitzenjob empfohlen: Erst die Fusion von Bertelsmann BMG mit Sony Music zu einem Musikgiganten, dann die Übernahme des Hollywood-Studios Metro-Goldwyn-Meyer (MGM).

Musik und Filme – Stringer war in den vergangenen Jahren nicht nur für das US-Geschäft, sondern auch für die Entertainment-Sparte zuständig. Und in diesem Bereich wollen die Japaner viel mehr Geld verdienen als bislang. Auch deshalb, weil Sony unter dem Stringer-Vorgänger Nobuyuki Idei den Trend zur Digitalisierung etwas verschlafen hat. Der Computerkonzern Apple etwa hat Sony mit seinem Musikabspielgerät iPod abgehängt. Der gebürtige Waliser Stringer, 1999 von der Queen in den Adelstand gehoben, war jahrzehntelang als Journalist, Produzent und Manager für den Fernsehsender CBS tätig. Er weiß, auf welchen Stuhl er sich jetzt setzt: „Sony hat die Verbraucherelektronik durch die Schaffung großartiger Produkte angeführt. Wir müssen dieses Vermächtnis nehmen und es neu erfinden.“

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