Das Wetter : Die Kanzlerin entflieht der Hitzewelle

Wer jetzt über das Wetter meckert, ist ein Miesmacher und sollte sich an die kalten Monate erinnern.

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Für Samstag sind in Kapstadt 18 Grad prognostiziert. Das sollte sich logistisch lösen lassen, die Kanzlerin muss halt einen Schal einpacken. Schwieriger wird es schon, wenn der neue Bundespräsident auch noch schnell aufs Tribünenbild will. Ist ihm ja unbenommen, aus Kostengründen sollten die beiden dann aber gemeinsam reisen. Das Problem: In der Kanzlermaschine gibt es nur ein Bett. Wer ruht dort? Galanterweise wird der Ranghöchste gewiss der Kanzlerin den Vortritt lassen, aber kann man den Bundespräsidenten, nur weil er drei Wahlgänge gebraucht hat, auf einem Feldbett lagern lassen?

Zurück zum Wetter. Der Mensch vergisst schnell. Deswegen sei er vor dem kommenden Wochenende daran erinnert, wie das war im November und Dezember und im Januar und im Februar und im März und im April und im Mai. Es war säuisch, um es mit klarem Wort zu beschreiben. Eine Frechheit war das Wetter, es war dunkel, es war kalt, kalt, kalt, so bitterkalt, dass die Straßen einfroren und die Menschen auf den dicken Eisschichten ausrutschten, hinplumpsten und sich die Knochen brachen.

Daran sollte man denken, wenn am Samstag die Temperaturen in Deutschland auf 37 Grad klettern. 37 Grad, das sind im Getümmel des Public Viewing leicht mal gefühlte 50. Oder mehr. Es ist zu Kopfbedeckungen zu raten. Und in den Nächten bleibt es auch über 20 Grad. Es ist zu kühlen Getränken zu raten. Wer lieber von den Wassern der Ostsee aus zuschauen möchte, es sollen tatsächlich noch Zimmer frei sein. Aber wer will ein Zimmer, wenn es draußen so herrlich ist?

Herrlich? Ja! Herrlich! Es gibt natürlich Menschen, die sagen, dass ihnen die Kleider am Körper kleben bleiben, dass sowieso alles klebt vom Schweiß. Das sind die gleichen Menschen, die sagen, dass andere Menschen in den Bussen und U-Bahnen müffeln. Und solche Menschen sagen auch, dass sie ganz schlapp sind von der Bullenhitze, dieser Affenhitze, dieser tropischen Hitze, und dass sie nach Abkühlung lechzen und nachts nicht schlafen können, weil kein Lüftlein weht. Diese Menschen sind Miesmacher, solche, denen man es nie, nie, nie recht machen kann, die immer was zu meckern haben, gestern haben sie noch gejammert, dass ihnen die Kälte und die Dunkelheit aufs Gemüt schlägt, heute jammern sie, dass ihnen die Hitze und die Sonne aufs Gemüt schlägt. Die wissen nicht, was sie wollen. Die Kanzlerin will nach Afrika. Was, wenn Wulff auch. Dann wird’s eng?

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