Meinung : Das wird ein Kreuz

GABRIELS NEUE PLÄNE

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Es ist Wahlkampf, und da muss man schon einiges tun, um im Gedächtnis der Wähler zu bleiben, damit sie ihr Kreuz an der richtigen Stelle machen. An diese Devise hält sich zumal Sigmar Gabriel, Niedersachsens Ministerpräsident, der doch in diesem Amt bleiben will. Dafür muss er eine „Volkswahl“ bestehen, wie es im Politsprech heißt, will sagen: Gabriel muss in einer Landtagswahl bestätigt werden. Bisher ist er als vormaliger Fraktionschef gewissermaßen nachgerückt, seinerzeit für den heute vergessenen Gerhard Glogowski. Gabriel zeigt sich als Volkstribun. Da fordert er eine Vermögensteuer von den Reichen, dann Steuererleichterungen, auch für die Reichen. Gabriel findet für alles Argumente. Zwischendurch erhebt er noch Ansprüche auf den stellvertretenden SPDParteivorsitz. Das klingt – genau, ganz wie damals Niedersachsens Ministerpräsident Gerhard Schröder. Und genau wie der ordnet er die Sache in seine machtpolitischen Erwägungen ein; da hinein passt, dass er die Grundsatzprogrammkommission leiten will. Unabhängig davon, dass Gabriel damit Schröder als Parteichef einen Gefallen tut, weil er Rudolf Scharping ablösen würde – der Red Bull der SPD stampft los. Er will wirklich was: gewinnen und in seinem Sinne reformieren. Das kann selbst einen wie Schröder nervös machen. Er weiß ja, wie das ist, wenn man einen wie sich zu bändigen hat. Das kann ein Kreuz werden. Für den Kanzler, aber auch, bei der Wahl, für die anderen. cas

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