Datenschutz : Neue Vernetzung

So viele Initiativen, mehr als 70, haben wohl noch nie zu einer Demonstration für mehr Datenschutz aufgerufen. Das Motto „Freiheit statt Angst“, dazu die real existierende Angst vor dem sogenannten Überwachungsstaat – das wird in Zukunft noch mehr Menschen bewegen als die 2500, die am Sonnabend in Berlin erwartet werden. Hier entsteht die Protestbewegung der Zukunft. Es wird ja auch in anderen europäischen Städten zum selben Zeitpunkt gegen „Überwachungswahn“ und „Datensammelwut“ von Firmen protestiert. Dass die Veranstalter in Berlin vom Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung kommen, ist ein weiterer Fingerzeig: Es wird ums Grundsätzliche aus sehr handfesten Gründen gestritten. Und je mehr Menschen sich im Internet bewegen – zwangsläufig werden es immer mehr, weil das bei den ganz jungen in der Schule beginnt –, desto stärker wird mit der Zeit der Wunsch werden, Herr über die eigenen Daten zu sein. Nicht jeder, auch oder schon gar nicht der Staat, soll jeden Einblick haben, die Bürgerrechte sehen immerhin eine Privatsphäre vor. Datenschutz hat darum längst einen anderen Rang in der öffentlichen Debatte verdient; hat mehr Platz in allen Parteien verdient. Andererseits, und hier lohnt die Auseinandersetzung, ist das Internet eine weitere Stufe der Globalisierung. Das hat wirtschaftliche und höchst persönliche Auswirkungen: Die Wissensnachfrage ist umfassend und bezieht alle Bereiche ein, der Neugier ist keine Grenze gesetzt. Wenn es diese Grenze geben soll, setzt die Verständigung eine größere politische Vernetzung voraus. Ja, und die findet gerade statt. cas

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