David Ebersman : Die treibende Kraft hinter dem Facebook-Börsengang

Er ist der stille Unbekannte in Facebooks Vorstand. Doch David Ebersman, der aus der Welt der Konzerne in die hippe Flip-Flop-Szene des Silicon Valley wechselte, ist "weit mehr als ein Buchhalter".

Astrid Doerner
David Ebersman. Foto: AFP
David Ebersman.Foto: AFP

Er ist das unbekannte Gesicht im Vorstand von Facebook: David Ebersman, der Finanzchef, gilt als zurückhaltend und besonnen und hat kein Problem damit, im Schatten von Vorstandschef und Gründer Mark Zuckerberg zu arbeiten. Bei dem milliardenschweren Börsengang des Konzerns aber steht Ebersman im Mittelpunkt aller Aktivitäten. Ohne den 42-Jährigen läuft nichts. Er gibt keine Entscheidung aus der Hand und lässt sich von den Investmentbanken der Wall Street die Regeln nicht diktieren. Er sei „weit mehr als ein Buchhalter“, sagte ein Insider dem Branchendienst „All Things Digital“. Dabei genießt er das Vertrauen von Zuckerberg und Sheryl Sandberg, der Chefin für das operative Geschäft.

Ebersman kam 2009 zu Facebook. Zuvor war er Finanzchef des Biotechnologie-Unternehmens Genentech. Dort hat sich Ebersman über 15 Jahre beharrlich nach oben gearbeitet. Der Wechsel in die junge, hippe Facebook-Welt, in der Chef und Mitarbeiter in Jeans und Flipflops zur Arbeit kommen, ist ungewöhnlich. Kritiker hatten Bedenken, dass Ebersman sich nicht in diese Welt einfinden könnte. Doch die hat der Finanzexperte schnell widerlegt. Einem Bericht des Branchendienstes „All Things Digital“ zufolge sei Ebersman das, was man im Sport einen herausragenden Athleten nennt, der in jeder Disziplin glänzen kann.

Bei den Vorbereitungen zum Börsengang kann Facebooks Finanzchef auf seine Erfahrung an der Wall Street zurückgreifen. Ebersman startete seine Karriere als Analyst bei der Bank Oppenheimer & Company. Medienberichten zufolge ist sein Vertrauen in die Banken allerdings nicht besonders groß. Er betrachte sie als „notwendiges Übel“. So soll Ebersman es abgelehnt haben, dass sich Institute für den Börsengang bewerben und dabei versuchen, sich gegenseitig auszustechen – ein Prozess der an der Wall Street „Pitch“ genannt wird. Ebersman habe dagegen lieber mit jeder Bank einzeln zusammengearbeitet. Auch ist er darauf aus, die Gebühren für sein Unternehmen möglichst gering zu halten.

Deshalb hat es das soziale Netzwerk Facebook so lange wie möglich offengelassen, an welcher Börse es notiert sein will. Die New York Stock Exchange und die Technologiebörse Nasdaq müssen so um den niedrigsten Preis ringen, wenn sie das viel beachtete Unternehmen listen wollen. In seiner Freizeit hält sich der Manager auch lieber im Hintergrund. Ebersman spielt in einer Band – als Bassist.

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