Dax-Entwicklung : Auch nur ein Krisensymptom

29.12.2012 00:00 Uhrvon

Wegen der fulminanten Entwicklung des Dax wollen manche schon die Aktie als Anlagemöglichkeit rehabilitieren. Doch dafür ist es zu früh.

Es darf wieder schöngerechnet werden an der Börse: Wer Ende 1987 Dax-Aktien gekauft und bis Ende 2011 gehalten hat, erzielte eine durchschnittliche jährliche Rendite von 7,7 Prozent. Was das Aktieninstitut zum Ende des Börsenjahres 2012 verbreitet, ist korrekt. Ebenso korrekt ist eine andere Rechnung: Wer erst im Jahr 2000 Dax-Titel gekauft hat oder Anfang 2008, ist heute um viele Erfahrungen reicher – hat aber an der deutschen Börse leider nichts verdient. Weil der Dax dieses Jahr 30 Prozent gewonnen hat, sprechen „Marktteilnehmer“ schon vom Comeback der Aktie und einer Wiederbelebung der ominösen deutschen Aktienkultur. Und es stimmt ja: Kaum eine Anlageform brachte 2012 mehr.

Die Gründe dafür sind aber profan: Es fehlte schlicht an Alternativen. So erklärt sich auch die paradoxe Entwicklung von Schuldenkrise einerseits und steigenden Aktienkursen andererseits. Weil die Zinsen extrem niedrig sind und viele Staatsanleihen nicht mehr sicher, fließt Kapital in Aktien – zumal in die Papiere deutscher Unternehmen. So gesehen ist das 30-Prozent-Plus des Dax auch ein Krisensymptom. 2013 wird sich nach Lage der Dinge an dieser Schieflage nichts ändern.

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Unser/e Leser/in blinder meint zum Artikel: Besuch im Reichstag bleibt umständlich:
Da von den aktuell 620 Abgeordneten bei den Sitzungen sowieso nur 20% anwesend sind, bleiben fast fünfhundert Sitze unbelegt. Hier könnte man doch die wartenden Besucher nach der obligatorischen Einlasskontrolle "zwischenparken".
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