Dax-Vorstand und Frauen-Quote : Locker werden

An der neuen politischen Kraft, den Piraten, kann man vieles bemeckern, erfrischend ist ihre Post-Gender-Attitüde: Frauenförderung, auch in der eigenen Partei, ist ihnen egal. Ein fast revolutionärer Ansatz, bedenkt man, mit welch heiligem Ernst jetzt die Dax-Konzern-Männer die ihnen aufgezwungene Geschlechterplanung für Chefposten präsentieren müssen, um starre Quoten zu vermeiden. Frauen müssen, so die herrschende Lehre, gefördert und auf allen Ebenen ins Berufsleben integriert werden. Ein Schicksal, das sie mit anderen Benachteiligten teilen, etwa Migranten. Für diese könnte, müsste es dann bald auch mehr Teilhabe geben. Das wäre in der Tat nicht blöd. Dax-Vorstände mit Eltern aus Südeuropa und etwas Olivenöl im Blut könnten den protestantischen Fleißcholerikern an den Konzernspitzen vorleben, dass Präsenzkultur, Überstunden und Millionenumsätze nicht alles sind. Und darum geht es doch auch, oder? Lockerer werden, Kulturwandel, Work-Life-Balance, Zeit für die Familie. Quoten, ob freiwillig oder per Gesetz, bedeuten das Gegenteil: Stress. Wer anfängt mit der Gleichheitsidealisierung, wird nicht mehr aufhören können. Bald sind mehr als die Hälfte aller deutschen Staatsanwälte weiblich, sie bringen aber, wie bisher, fast nur Männer in den Knast. Ist das gerecht? Auch nicht überall selbstverständlich: dass Männer problemlos Frauenbeauftragte werden können. Eine Diskriminierung? Zudem wäre über die weibliche Dominanz in Elternvertretergremien zu reden. Oder man lässt all die Debatten sausen und hätte mehr Zeit: für die Arbeit, den Partner, die Kinder. Wie man will. neu

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