De Maizière und die Drohnen : Verteidigungsfalle

Es wird schlimmer statt besser. Thomas de Maizière, Verteidigungsminister, müsste oberster Aufklärer sein, auch in eigener Sache. Damit die vielen Schwierigkeiten nicht dazu führen, dass die Bundeswehr als Institution immer weiter an Reputation verliert. Doch nach Entlastung sieht es nicht aus, im Gegenteil. Denn das ist die zusätzliche Folge von Ungereimtheiten in der Euro-Hawk-Affäre: dass zusammen mit dem Minister demnächst bald alle Uniformträger öffentlich in – sagen wir es einmal soldatisch offen – Verschiss geraten. Weil in der Führung des Ressorts etliches durcheinandergeht und gegeneinander- steht. Außerdem macht es verstärkt einen schlechten Eindruck, dass de Maizière schon wieder mit neuen Hinweisen konfrontiert wird, genauer Bescheid gewusst zu haben über das sich ankündigende Drohnendebakel. Kann ihm in den nun kommenden Beratungen im Untersuchungsausschuss des Bundestags ein eher instrumentelles Verhältnis zur Wahrheit nachgewiesen werden – und das ist freundlich ausgedrückt –, wird de Maizière als Minister nicht zu halten sein. Schon jetzt ist er eigentlich zu sehr in Bedrängnis und Erklärungsnot. Aber dann wird ihn nicht einmal mehr die Bundeskanzlerin verteidigen können, Wahlkampf hin oder her. cas

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