Meinung : Dem Fischer seine Partei

DIE GRÜNEN STÜTZEN DEN IRAK–KURS DER REGIERUNG

-

Farbbeutel, Eier, Buhrufe – der Außenminister hat es mit seiner Partei nicht immer leicht gehabt. Und er hat es den Grünen nicht leicht gemacht. Er zog die einstigen Pazifisten in den KosovoKrieg, später nach Afghanistan, und die Partei hat zum Erstaunen vieler die Zerreißprobe überstanden. Jetzt, beim grünen Länderrat, sind sich Außenminister Fischer und die Parteibasis nah, wie lange nicht. Fischer warnt vor den Folgen des Irak-Krieges, die Delegierten antworten mit standing ovations. Er spricht von einer „friedlichen Lösung“, die Parteifreunde klatschen begeistert. Die Grünen auf dem Weg zurück zum Pazifismus? Und mit ihnen der Außenminister? Vom Vergangenen trennt die Partei ein kleiner, entscheidender Satz: „Krieg darf nur das allerletzte Mittel sein!“, verkündet Fischer den Delegierten und erntet auch hier Applaus. Ganz anders und sehr ausschließlich klang das früher: „Krieg darf kein Mittel der Politik sein!“ Auf den großen Demonstrationen war dieses Diktum jetzt wieder zu hören, als hätte es Milosevic und den Kosovo nicht gegeben und auch nicht die Taliban in Afghanistan. Es sieht ganz so aus, als würden die Grünen, anders als manche Friedensbewegten, der Versuchung widerstehen, in heile Gesinnungswelten zurückzukehren. Einzig bei der Frage der passiven Beteiligung – der Gewährung von Überflugrechten und den Awacs-Flügen – regte sich Protest. Die Grünen werden trotzdem Bündnistreue zeigen. Regieren macht klug. Manchmal. svs

0 Kommentare

Neuester Kommentar