Meinung : Dem Frieden eine Gasse

ISRAEL VERZICHT AUF MILITÄRISCHEN GEGENSCHLAG

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Ein Eingeständnis des Scheiterns: Über das Fernsehen lässt der israelische Verteidigungsminister Ben Elieser seine Landsleute wissen, Israel habe kaum noch Möglichkeiten, militärisch gegen Selbstmordattentäter vorzugehen. Das wirkt zunächst wie eine banale Einsicht, denn in den besetzten Gebieten existieren keine lohnenden Ziele mehr für Panzer, Sprengkommandos und Planierraupen. Abgesehen von Wohnhäusern ist die gesamte Infrastruktur der Palästinenser in Schutt und Asche gelegt, Arafats Amtssitz ein Trümmerhaufen, in dem nur noch die Wände dreier Zimmer stehen. Die Sicherheit Israels vor Selbstmordattentätern hat das alles nicht erhöht. Doch damit nicht genug. Ben Elieser hat sich wie kein anderes Kabinettsmitglied Scharons auch persönlich mit Fanatikern und ihren Motiven auseinander gesetzt. Er besuchte junge Palästinenser im Gefängnis, die vor der Tat gefasst worden waren, redete mit ihnen – und ließ sie reden. Auch wegen dieser Erfahrung hält er es für nötig, der eigenen Bevölkerung reinen Wein einzuschenken: Es gibt keine militärische Lösung des Konflikts. Die Politik der Regierung Scharon war ein Weg in die Sackgasse. M.G.

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