Meinung : Demokratie ist wie ein Pendel

„CDU und rechter Rand / Jenseits der Mitte“ von Werner van Bebber vom 29. Juli

Eine Art von Haltung geht mir schon seit langem gegen den Strich: Dezidiert linkes Denken wird für mutig, modern, manchmal vielleicht auch als ein wenig unrealistisch betrachtet aber wohlwollend akzeptiert. Selbst linke Gewalt galt bis vor kurzem noch als gesellschaftsfähig „da nicht gegen Menschen gerichtet“. Dieser Aberglaube verschwindet.

Wer nun aber rechts von Angela Merkel steht, sieht sich plötzlich im wie Sie es diffamierend nennen „unappetitlichen rechten Rand“ verortet. Stammtisch bestenfalls, gestrig, vielleicht sogar „ewiggestrig“. In einer modernen Gesellschaft jedenfalls unakzeptabel!

Wer sich ein wenig grundsätzlicher mit dem Wesen der Demokratie auseinandersetzt, erkennt, dass immer beide Seiten und zwar völlig gleichberechtigt dazugehören müssen. Mal schlägt das Pendel nach der einen und mal korrigierend nach der anderen Seite aus.

Zurzeit ist eine Korrektur nach der anderen Seite fällig. Sie können es leicht daran erkennen, dass nicht die dümmsten Köpfe dies erwarten und verlangen. Weder Herr Wilders noch Herr Stadtkewitz sind geistig zurückgeblieben. Auch nicht Thilo Sarrazin, Heinz Buschkowsky oder Necla Kelek.

Dass Herr Henkel seine Partei in der Mitte verorten möchte (die Mitte, die sich übrigens immer weiter nach links geschoben hat) ist seine Sache. Dass mindestens 20 Prozent der Wähler eine andere Politik rechts davon wollen, ist ihre Sache und wird in absehbarer Zeit unser Parteiensystem durcheinander wirbeln. Das wird Herrn Henkel nicht gefallen aber er wird es nicht verhindern können.

Veränderungen liegen in der Luft. Diese sind notwendig in einer lebendigen Demokratie. Mit der Diffamierung einer Seite ist uns nicht gedient. Man muss sie ja nicht mögen. Ich mag die Linkspartei mit ihren Stasi-Freunden auch nicht – aber sie gehört eben dazu.

Helmut Richter,

Berlin-Wilmersdorf

Die Sorge der CDU, dass sich rechts von ihr eine neue Partei bilden könnte, scheint mir nicht ganz unberechtigt zu sein. Auch sie sinkenden Umfragewerte der Union könnten darauf hindeuten, dass sich in dieser Richtung etwas tut.

Aber das wirkliche Problem der CDU sind nicht die rechten Wähler – das Problem ist neoliberal und heißt FDP. Die Politik von Schwarz-Gelb kostet Wählerstimmen, und zwar reichlich!

Christian John, Berlin-Buckow

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