Meinung : Den Weg gewiesen

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Im dritten Anlauf könnte es doch noch etwas werden mit dem Bau des Potsdamers Stadtschlosses. Was unter den Stadtverordneten zweimal ohne Mehrheit blieb, wurde von den Potsdamern nachdrücklich unterstützt. Knapp 57 000 Bürger beteiligten sich – deutlich mehr als bei der Europawahl und auch mehr als bei der letzten Kommunalwahl. Eine Mehrheit für das Schloss gab es in jeder Altersgruppe, bei Frauen und Männern, bei Innenstadtbewohnern wie Plattenbau-Mietern vom Stadtrand. Die Potsdamer wollen endlich jene städtebauliche Wunde schließen, die der Landeshauptstadt einst von den SED-Kulturstürmern geschlagen wurde. Ihnen war bewusst, dass es für Potsdam, das in den vergangenen Jahren auch durch tätigen Bürgersinn so aufblühte und ausstrahlte in die gesamte Republik, um mehr als nur das Schloss ging. Eine Ablehnung wäre das Ende einer Erfolgsgeschichte gewesen. Wer wollte sich dort künftig noch engagieren? Es ist deshalb ein Zeichen der politischen Reife, dass die demagogischen Argumente der PDS nicht verfingen, die den Potsdamern einreden wollten, die für den Schlossbau nötigen 85 Millionen Euro könnten an anderer Stelle besser ausgegeben werden. Die Gelder gibt es eben nur für das Bauwerk mit eingebautem Landtag – oder gar nicht. Die PDS als stärkste Potsdamer Partei steht vor einem Scherbenhaufen. Nun sind wieder die Stadtverordneten am Zug: Wenn sie diese letzte Chance im Parteiengezänk erneut vertun, wäre der Politik nicht mehr zu helfen. Was die Potsdamer wollen, darüber gibt es jedenfalls keinen Zweifel mehr. gn

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