Meinung : Denglisch

„Deutsch braucht einen Rettungsschirm!“ vom 8. September

Diesen Artikel habe ich mit Genugtuung gelesen. Ich danke Bernd Matthies für die Klarstellung, dass die Rettung des Euro von höherer Bedeutung ist als der unverfälschte Erhalt europäischer Kultursprachen, schon gar nicht der deutschen und der griechischen. Seit langem ärgere ich mich darüber, dass ich in meinem Leben sieben Währungen habe scheitern sehen, die so triste deutsche Sprache aber weiterbesteht.

Tragen Sie bitte dazu bei, dass wir nicht nur wie jetzt zu 30 Prozent, sondern komplett die englische Sprache übernehmen. Voller Sehnsucht warte ich darauf, statt von Ausverkauf von Ladenhütern (Entschuldigung, Ihnen ist lediglich das Wortungeheuer „Zwischensaison-Ausverkauf“ eingefallen) ungestraft von „Midßißen Sääl“ (welch ein sprachlicher Wohlklang!) reden zu können und dennoch verstanden zu werden.

In einem Punkt muss ich Ihnen allerdings widersprechen. Griechenland sollte keineswegs die ohnehin dahinsiechende deutsche Sprache übernehmen, sondern natürlich die englische. Welche Erleichterung muss es für dieses primitive Volk ohne kulturelle Traditionen bedeuten, beispielsweise ihre Götterwelt nicht mehr auf die Titanen, sondern auf die „Teitäänen“ zurückzuführen und die schöne Jungfrau Europa „Juropp“ zu nennen.

Erhart Hohenstein, Potsdam

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