Der 1. Mai und die Polizei : Führung gesucht

Sieben Seiten lang war die Stellenausschreibung im Internet, der Bewerbungsschluss Ende 2010. Doch wer Berlins neuer Polizeipräsident wird, steht immer noch nicht fest. Sicher ist nur: Amtsinhaber Dieter Glietsch hat Ende Mai seinen letzten Arbeitstag. Am Wochenende ist Glietsch zum letzten Male gefordert, damit es am 1. Mai in Berlin nicht erneut zu einer Explosion der Gewalt kommt – ohne zweiten Mann auf der Brücke. Ein guter Zeitpunkt ist damit verpasst, den designierten Nachfolger als Beobachter mit der heikelsten Situation seines künftigen Arbeitsplatzes bekannt zu machen. Als die Opposition Ende 2010 forderte, mit der Besetzung bis nach den Wahlen am 18. September zu warten, reagierte der Senat empört. Ohne Zweifel verfolgte die Opposition eigennützig parteipolitische Interessen. Aber glaubwürdiger ist die Landesregierung nicht: die frühzeitige Besetzung der Stelle sei wichtig, damit kein Vakuum in einer der wichtigsten Positionen für die Sicherheit der Stadt entstehe, hieß es. Die Analyse ist so richtig, wie der Hinweis verlogen. Denn nun ist es Mai. Zwar gibt es mittlerweile einen klaren Favoriten. Doch dieser wird erst zum 1. Juni antreten. Falls nicht ein unterlegener Kandidat klagt. Dann kann es später werden. gn

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