Meinung : Der doofe Rest?

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Im Osten Deutschlands halten nur noch 64 Prozent die Demokratie für die beste aller Staatsformen. Das heißt im Umkehrschluss: Jeder dritte Ostdeutsche wünscht sich Adolf zurück oder wenigstens Erich oder, wenn auch weniger wahrscheinlich, weil doch ungewohnt: einen islamischen Gottesstaat? Nein, das heißt es nicht. Aber ein erschreckendes Bekenntnis der Unzufriedenheit ist es, was das Statistische Bundesamt und mehrere sozialwissenschaftliche Institute zutage gefördert haben. Ganz offenkundig ist es so: Den Erniedrigten und Beleidigten ist ihr Wertehaushalt massiv durcheinandergeraten und niemand war da, ihn zu stabilisieren. Nun haben die Unzufriedenen Volksparteidimensionen erreicht, und die Wissenschaftler ein Fachwort für das, was sich seit Jahren abzeichnet: Demokratieentleerung. Das hört sich nicht gut an. Ist es auch nicht. Die „bildungsbereite Klientel“ habe rübergemacht in den Westen, heißt es, und zwar „überproportional“. Dann muss der doofe Rest geblieben sein. Mal sehn, wer diese Erklärung parat hat, wenn am Sonntag das Geschrei darüber anhebt, dass es die NPD in Mecklenburg-Vorpommern in den Landtag geschafft hat. Wäre ehrlich. Vbn

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