Meinung : Der ganz alltägliche Antisemitismus

DAS WELTBILD DES ABGEORDNETEN HOHMANN

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Merkwürdig: Da hält der CDUBundestagsabgeordnete Martin Hohmann in seinem Wahlkreis vor zahlreichen Bürgern eine Rede zum Nationalfeiertag – und es dauert drei Wochen, bis sich herumspricht, was er gesagt hat. Es sind nicht etwa die Anwesenden, die über die Rede so lange nachgedacht haben. Nein, der Hessische Rundfunk musste die Öffentlichkeit erst in Kenntnis setzen, was der Herr Hohmann in Neuhof bei Fulda von sich gegeben hat. Vielleicht klangen den der Rede lauschenden Notablen die weit übers national-konservative hinausgehenden Töne zu vertraut, um davon überrascht zu sein. Schließlich hat Alfred Dregger sieben Legislaturperioden lang den Wahlkreis 132 vertreten, und Martin Hohmann ist wirklich in jeder Beziehung sein Nachfolger. Es verwunderte offensichtlich auch niemanden, dass sich eine Ansprache zum deutschen Nationalfeiertag über fast drei Viertel der Redezeit mit der Rolle von Juden bei der russischen Oktoberrevolution befasst hat. Nein, was da geschah, war ganz offensichtlich der ganz alltägliche Antisemitismus, der niemanden aufregte. Es ist wirklich ein schönes Stück Deutschland, das die Unionsfraktion da in ihren Reihen hat. apz

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