Meinung : Der Gegenschlag: Verunsicherung mit Ansage

cvm

Zum Thema Online Spezial: Kampf gegen Terror
7.10., 18.45 Uhr: Wie der Gegenschlag begann
Hintergrund: US-Streitkräfte und Verbündete
Schwerpunkt: US-Gegenschlag, Nato und Bündnisfall
Schwerpunkt: Osama Bin Laden
Chronologie: Terroranschläge in den USA und die Folgen
Fotostrecke: Bilder des US-Gegenschlags
Umfrage: Befürchten Sie eine Eskalation der Gewalt? Der Krieg verbreitet Angst und Schrecken. Auch wegen der Ungewissheiten. Die müssen eine Gesellschaft in Unruhe versetzen, für die Berechenbarkeit und Sicherheit zu Selbstverständlichkeiten geworden sind. Der Kanzler führt darum, indem er beruhigt. Er versucht den Eindruck zu vermitteln, alles sei bedacht, nichts Unvorhersehbares könne geschehen. Deutsche Truppen, die sich an Kampfhandlungen beteiligen? Nur, wenn die Amerikaner etwas anfordern, was die Bundeswehr auch zu leisten vermag. So etwas geschieht ja wohl nicht über Nacht. Wenn neues kommt, dann mit Ansage. Hofft man. Und wird plötzlich doppelt verunsichert - durch verklausulierte Ansagen. Der britische Verteidigungsminister will plötzlich den Einsatz von Bodentruppen in Afghanistan nicht mehr ausschließen. Aus dem Sicherheitsrat der Vereinten Nationen sickert eine Mitteilung der amerikanischen Regierung durch: Sie behalte sich vor, nach Afghanistan weitere Staaten anzugreifen, wenn sie dies zur Verteidigung vor neuen Terroranschlägen für nötig erachte. Bodentruppen nach Afghanistan? Und Luftangriffe auf weitere Staaten. Da formt sich im Kopf das Horrorbild eines sich unkontrollierbar ausweitenden Krieges. Großbritannien und die USA verstehen womöglich unter der Betreuung ihrer Gesellschaften etwas ganz anderes: Sie reden offen über Optionen, damit die Bürger von nichts überrascht werden, selbst wenn es heute noch nicht erwogen wird. Eine Form von Ansage, die die Beruhigungsstrategie des Kanzlers durchkreuzt.

0 Kommentare

Neuester Kommentar