Meinung : Der Gendarmenmarkt soll bleiben, wie er ist

Zur geplanten Abholzung von 140 Bäumen auf dem Gendarmenmarkt

Ich kann mich über die Idee der Beseitigung der Kugelahornbäume nur ärgern. Frau Lüscher zerstört ein charmantes Ensemble zwischen historischen Gebäuden und intelligenter Bepflanzung. Am Ende bleiben nur Gebäude an einem Platz ohne Grün. Diese kahlen Plätze finden sie in allen anderen europäischen Großstädten auch. Das Geld, was verbaut werden soll, kann man an wirklich hässlichen Stellen in Berlin sicherlich besser gebrauchen.

Carla Schmidt, Berlin-Britz

Als ich vor zehn Jahren von München nach Berlin umzog, waren die Bäume auf dem Gendarmenmarkt noch relativ klein. In meinem ersten Sommer hier hat mich das Gebäudeensemble kaum interessiert, weil es mir zu unangenehm war, über den aufgeheizten, kahl wirkenden Platz zu gehen. Inzwischen aber habe ich mir in Ruhe den französischen und den deutschen Dom in Ruhe angeschaut, während ich auf einer Bank im Schatten eines Ahorns saß.

Jetzt bin ich entsetzt, dass Berlin sechs Millionen Euro dafür aufwenden will, diesem Platz die angenehme Atmosphäre wieder zu nehmen. Das ist ein Skandal zu einer Zeit, da es in Berlin noch viele Straßen mit Schlaglöchern und sehr viele kaputte Bürgersteige mit unverantwortbaren Stolperfallen gibt. Solange diese dringenden Reparaturen nicht ausgeführt wurden, verbietet es sich meiner Meinung nach, über so eine Verschwendung auch nur nachzudenken!

Nebenbei bemerkt: Im Winter tragen Bäume keine Blätter. Dann haben die Leute, die sich am Grün stören, ihren freien Blick – und wir Steuerzahler müssen nicht dafür bluten, weil das kostenfrei ist.

Ursula Schwarzer,

Berlin-Prenzlauer Berg

Die Bäume sollen gefällt werden, damit man den Dom besser sehen kann, aber die Autos, die ständig dieses schöne Ensemble zuparken, werden nicht erwähnt. Alles klagt über die Luft in der Stadt, aber sauerstoffspendende Bäume kann man ruhig abholzen. Eine neue Pflasterung ist auch eine tolle Idee in Zeiten der Einsparung an vielen sozialen Projekten. Kann man Frau Lüscher nicht in eine reiche Schweizer Stadt schicken, wo sie Bäume in der Innenstadt abholzen lassen kann?

Jutta Pricks, Berlin-Mariendorf

Berlin ist eine grüne Stadt und so soll es bleiben. Wir wollen keine Betonwüsten in der Innenstadt! Gerne können wir eine Wette eingehen, dass mehr als 60 Prozent aller Berliner die Baumrodung ablehnt. Mir fällt da nur noch ein: Sei lernresistent, sei bürgerfern, sei Berlin!

Robert Strauch, Berlin-Steglitz

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