Meinung : Der Glanz des Alten

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Wolfgang Gerhardt kann sehr, sehr zufrieden sein mit den letzten Wochen. Der FDPFraktionschef hat seiner Partei gezeigt, was eine Harke ist. Und zwar eine schon etwas ältere, etwas altmodisch wirkende, aber mit scharfen Zinken. Gerhardt hat seine Fraktion und damit auch sich selbst mit seinem jetzt verabschiedeten Programmpapier aus der Peripherie der Wahrnehmung ins Zentrum geschrieben. Das Manifest eines Machtkampfs mit Parteichef Guido Westerwelle, als das manche es lesen wollten, war das Papier nie. Das Manifest einer Renaissance der „alten“ FDP ist es aber und sollte es durchaus auch sein. Und die Manifestation geht weiter. Sie liegt nicht im Inhaltlichen – da sind sich Westerwelle und Gerhardt, da ist sich die ganze FDP im Moment ganz erstaunlich einig, vom Steuerkonzept bis zur erklärten Absicht, das alte Feld „Bürgerrechte“ wieder neu zu beackern. Aber zwischen der Art und Weise, in der die beiden Hauptprotagonisten jeweils zu Werke gehen, liegen Welten oder ein paar Jahre Parteigeschichte. Gerhardt war nie Propagandist einer ganz und gar neuen FDP, die von linksliberalen Bürgerrechtsfragen nichts mehr wissen wollte. Deshalb kann er diese alte Tradition nahtlos wieder aufnehmen. Dass das jetzt auch so wahrgenommen wird, war der Effekt dieses Machtkampfs, der keiner war. Und deshalb kann Gerhardt sehr zufrieden sein.bib

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