Meinung : Der kleine Unterschied

„Das große Wunschprogramm“

vom 23. Juni

Wir stimmen mit Herrn Ramseger darin überein, dass eine finanzielle und soziale Gleichstellung von verbeamteten und angestellten Lehrern wünschenswert wäre. Allerdings ist sein Argument, Verbeamtung sei leistungsfeindlich, da „zusätzliches Engagement durch nichts belohnt“ werde, insofern nicht zutreffend und irreführend, weil auch wir angestellten Lehrer keinerlei leistungsbezogene Vergütung erhalten. Die Argumentation ist viel zu pauschal, denn die derzeitig ausschlaggebenden Unterschiede zwischen verbeamteten und angestellten Lehrern liegen in der Vergütung und den sozialen Leistungen. Zur Verdeutlichung: Zusammengerechnet verdient ein Beamter vom 30. bis 65. Lebensjahr netto insgesamt rund 100 000 Euro mehr als ein Angestellter. Eine von den angestellten Lehrern schon lange geforderte Gleichstellung scheint von der Senatsverwaltung auch in absehbarer Zeit nicht gewünscht, weshalb wir sehr gut verstehen können, warum so viele junge, engagierte und hoch qualifizierte Kollegen in andere Bundesländer abwandern, um der momentan in Berliner Lehrerzimmern herrschenden „Zwei-Klassen-Gesellschaft“ zu entfliehen. Eine gravierende Folge dieser Politik ist, dass seit einiger Zeit in Mangelfächern wie z. B. Physik und Mathematik so gut wie keine qualifizierten Bewerber mehr für Neuanstellungen zur Verfügung stehen.

S. Zitzelsberger, J. Westendorf, C. Häusler, H. Apelles, A. Flick, A. Fellmann, J. Fehlow, C. Baumjohann, A. Bergemann, S. Stolpmann, T. Hentschel, J. Oenicke-Beuchel und A. Beisenherz, Angela Bernecker-Wolff, Berlin-Schöneberg

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