Meinung : Der Manager, das unbekannte Wesen

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Von deutschen Managern wissen wir so wenig, weil wir sie so selten sehen. Deutsche Manager sitzen entweder hinter verspiegelten Bürofenstern, bei einer PowerpointPräsentation, oder sie fahren gerade mit ihrem Auto von der privaten Garage in die dienstliche Tiefgarage. Wie sollen wir sie da fragen, wie es ihnen geht, und ob sie glücklich sind und ob man ihnen vielleicht helfen kann bei der Erledigung ihrer Pflichten? Doch es gibt Möglichkeiten, mit ihnen in Kontakt zu kommen: Man muss ihnen einen Fragebogen schicken oder sie anrufen und sagen, man melde sich vom Institut für Irgendwas und mache eine Umfrage. Dann berichten sie aus ihrem Leben. Dabei ist unter anderem dies herausgekommen: Sie rauchen und trinken weniger als der Durchschnitt der Bevölkerung. Auch wissen wir nun, dass es nur jeden dritten deutschen Manager stört, den Sonnenuntergang vom Bürofenster aus zu erleben. Dagegen beschwert sich von den Briten in Nadelstreifen jeder zweite über zu lange Arbeitszeiten. Aber wir wollen noch mehr wissen! Zum Beispiel, was Manager alles in ihren Aktenkoffern haben. Am besten wäre, es würde ein Archiv für Managerbefragungen geben. Aus all den Daten der Manager könnte dann ein Computer Simulationsbilder von ihnen entwerfen und veröffentlichen, wenn wir sie schon so selten sehen. teu

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