Meinung : Der Marsch geht weiter

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Ein Gruß an Trude Unruh. Jetzt kommen die Grünen – die alten Grünen. Es wird eine Seniorenorganisation ins Leben gerufen, und wenn den Grünen noch etwas zu einer richtigen Partei gefehlt hätte, dann das. Einmal, weil ihre Großen an der Spitze allmählich das Rentenalter erreichen und diese Generation, politisiert bis in die Knochen, ja auch später noch wirken soll. Zweitens, weil diese eine Generation dann vielleicht nicht mehr alle Posten und Pöstchen besetzt, die es bisher bei den Grünen zu verteilen gibt. Ein paar neue Ämter sind bestimmt hilfreich zur Entspannung des Generationenkonflikts. Und drittens, weil das den Anspruch dokumentiert, eine Volkspartei zu sein. Wie ein Blick auf SPD und Union belegt, wo die Endvierziger noch als jung gelten. Die Gesellschaft altert, die Parteien altern, das Wählerpotenzial ist noch längst nicht ausgeschöpft. Insofern klingt es zwar ein wenig seltsam, dass die Grünen eine Art „Grüne Panther“ gründen wollen; doch folgerichtig ist es schon. Der lange Marsch führt auch zu dieser Institution. Aber nur dann, wenn die Älteren wirklich Platz lassen, indem sie sich einen neuen in der Gesellschaft suchen, werden die Grünen nachwachsen. Soll Grün nicht ganz grau werden, muss ein neues Generationenprojekt begründet werden, nach Atomausstieg, dem Ende der Blockkonfrontation und von RotGrün. Ein bisschen was von Trude Unruh kann da nicht schaden. cas

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