Meinung : Der Primus und die Armen

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Der Preis für Bayerns gutes Abschneiden beim deutschen „Pisa“-Schulvergleich ist hoch: Nach wie vor erreichen dort nur 20 Prozent der Schüler das Abitur, so dass das Land für den Arbeitsmarktbedarf jedes Jahr viele Akademiker aus anderen Bundesländern „importieren“muss. Diese jungen Leute müssen von anderen – in und außerhalb Deutschlands – ausgebildet werden. Die Union reklamiert die guten Ergebnisse von Bayern und Baden-Württemberg bereits als Zeichen für ihre überlegene Bildungspolitik. Doch Vorsicht: Mit Rheinland-Pfalz zeigt auch ein SPD-geführtes Land, wie es geht. Und die Bildungspolitik der beiden unionsgeführten Länder könnte unterschiedlicher nicht sein. So gehört Baden-Württemberg zu den Bundesländern mit hoher Abiturientenquote. Ein Blick in die Sozialhilfestatistik schützt ebenfalls vor parteipolitischem Triumphgeheul: Wenn die Schulleistungen einfach da am besten sind, wo am wenigsten Arme leben, dann fördert die Schule nicht begabungsgerecht. Denn dass es unter Deutschlands Armen so wenige Begabte gibt, ist nicht wahrscheinlich. Dass es für sie zu wenig Förderung gibt, zeigen die Ergebnisse aber ganz klar. Zur Häme hat keiner Anlass, zur Anstrengung für bessere Schulen umso mehr. rt

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