Meinung : Der Rest des Eisbergs

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Wo man genauer hinsieht, findet man auch mehr“, sagt ein Berliner Korruptionsjäger. Früher schaute man nicht so genau hin und so ist Berlin zu seinem üblen Ruf als Hauptstadt von Filz und Korruption gekommen. Das Ergebnis des genaueren Hinsehens lautet: Mit 411 Fällen wurde in dieser Stadt nie so viel geschmiert und bestochen wie in diesem Jahr. Das ist dennoch eine gute Nachricht, sagen die Staatsanwälte. Endlich nehmen Bezirke und das Land Berlin die Herausforderung durch kriminelle Unternehmer oder verführbare Mitarbeiter ernst. Denn Korruption lauert überall, die Tricks werden raffinierter, die kriminelle Energie von bestechlichen Beamten immer größer. Die Einrichtung von Ombudsleuten, mehr Schutz für Informanten, die konsequente Anwendung des Vier-Augen-Prinzips bei Auszahlungen und der Ausschluss aufgefallener Firmen von öffentlichen Aufträgen – all das kann helfen, Bestechlichkeit einzudämmen. Und beim Projekt Großflughafen sind die Korruptionswächter von Transparency International bereits vor dem Baustart eingebunden. Damit Berlin seinen Ruf verliert. gn

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