Meinung : Der Ruf nach einer Feuerpause: Und dann?

cvm

Immer lauter werden die Rufe nach einer Unterbrechung der amerikanischen Luftangriffe in Afghanistan. Selbst UN-Generalsekretär Annan stimmt in den Chor ein. Es lässt sich nicht bestreiten, der Krieg gegen den Terror gerät in eine Krise: Schon 24 Tage bombt Amerika und hat wenig sichtbare Erfolge vorzuweisen; gleichzeitig mehren sich die Meldungen über zivile Opfer und so genannte Kollateralschäden. Genau genommen ist dies vor allem eine Krise der Wahrnehmung des Krieges. Es fehlen verlässliche Informationen, was am Boden in Afghanistan geschieht. In den Hintergrund rückt, dass es sich bei den Nachrichten über die Fehlschläge zu einem Gutteil um Behauptungen der Taliban und ihrer Umgebung handelt, die keine unabhängige Instanz überprüfen, geschweige denn bestätigen kann. Verwunderlicher ist, dass keine der vielfältigen Forderungen nach einer Feuerpause einen Vorschlag enthält, wie der Terror anders bekämpft werden soll als durch die Jagd auf seine Urheber und ihre Helfershelfer. Einmal angenommen, die USA unterbrächen das Bombardement - wie soll es dann nach der Vorstellung der Kritiker weitergehen? Kurz ist die Geduld demokratischer Gesellschaften, sie wollen schnell Erfolge sehen. Die hat jedoch niemand versprochen - schon gar nicht nach nur 24 Tagen.

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