Der Staat und die Banken : Mitten durch

In Zeiten der Finanzkrise taugt der Begriff als Gattungsbezeichnung: Denn irgendwie sind zurzeit alle Kreditinstitute Bad Banks, schlechte Banken.

Moritz Döbler

Gemeint ist etwas anderes: Die Papiere, mit denen sie sich verzockt haben, soll der Staat übernehmen, damit sie wieder zum Tagesgeschäft übergehen können. Für Banker mag das Ansinnen logisch klingen, Steuerzahler können es nur als Unverschämtheit werten. Erst müssen die Banken Klarheit in ihre Bilanzen bringen, also weitere Milliarden abschreiben. Dann kann es notwendig sein, dass der Staat einen Teil der verbliebenen Risiken übernimmt. Insofern liegt Finanzminister Peer Steinbrück richtig. Aber man sollte nicht zu viel erwarten. Die vom Giftmüll befreiten Banken werden nicht plötzlich freigiebig Kredite vergeben, denn die Kreditklemme erklärt sich nicht aus mangelnder Liquidität. Die Zentralbanken sorgen ja dafür, dass genug billiges Geld da ist. Nein, der folgenreiche Leichtsinn der Banker ist in große Vorsicht umgeschlagen, was angesichts des Ausmaßes der Krise auch nachvollziehbar ist. Denn es gibt zurzeit kaum ein Geschäftsmodell, von dem man sicher weiß, dass es in den nächsten Quartalen Gewinne abwirft. Dummerweise gibt es keine Abkürzung, um aus der Krise zu kommen. Allenfalls lassen sich die Folgen abmildern. mod

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben