Meinung : Der Sumpf als Trumpf

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Hätte Kanzler Helmut Kohl die Wahl 1994 mit der Erinnerung an sein Wort von den „blühenden Landschaften“ wuppen können? Nach Jahren der Massenentlassungen im Osten war das Thema eine Last, kein Trumpf. Analog hat sich der Irak für US-Präsident George W. Bush zu einem Desaster entwickelt, die Diskrepanz zwischen seinen Demokratieversprechen und der Realität der Bomben, Morde und Folterskandale ist viel krasser als im Fall Kohl. Die Amerikaner sind das Thema leid und wollen die Truppen schnell nach Hause holen. Dennoch planen Bush und seine Republikaner, das Thema Krieg zu ihrem Hit für die Kongresswahl im Herbst zu machen. Und die meisten Experten glauben, dass sie damit Erfolg haben. Wie ist das möglich? Die Republikaner sagen „Krieg“, sie meiden das Wort „Irak“. Terror gilt weiter als größte Gefahr für US-Bürger, der Krieg gegen Terror als Priorität. Auch Bush ist für den Rückzug, nur nicht sofort, erst wenn Iraks Militär die Situation beherrscht. Nur Feiglinge laufen davon und überlassen das Land den Terroristen. Diese Botschaft kommt an, die Demokraten trauen sich nicht, einen Terminplan für den Abzug zu fordern. Ihnen fehlt die eine klare Botschaft, was sie besser machen würden. cvm

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