Meinung : Der Terror und die Folgen: Drei Seiten des Krieges

cvm

Der internationale Kampf gegen den Terror hat zwei Zielrichtungen. Einmal, rückwärts gewandt, die Täter von New York und ihre Komplizen dingfest zu machen; so wurde der Afghanistan-Krieg verstanden. Und, vorwärts gewandt, neue Attentate zu verhindern; in welche Kategorie Irak fiele - auch darüber streiten Amerika und Europa. Die USA argumentieren mit Prävention, wollen Saddam Hussein hindern, Massenvernichtungswaffen zu entwickeln. Joschka Fischer kritisiert, ohne Beweise für Iraks Beteiligung am 11. September sei keine Militäraktion zulässig. Da wird bewusst aneinander vorbeigeredet. Eigentlich plagen Fischer ganz andere Sorgen: Dass Interventionen nicht allein zum Umsturz, wie in Afghanistan, führen, sondern zu einer regionalen Neuordnung, deren Stabilität ungewiss ist. Nur: Lassen sich die drei Dinge - Bestrafung, Prävention, Neuordnung - überhaupt so scharf trennen? Der neueste Schauplatz, Georgien, weckt Zweifel. Im Pankisi-Tal an der Grenze zu Tschetschenien sollen Al-Qaida-Terroristen bei Tschetschenien-Kämpfern Zuflucht gefunden haben, vielleicht sogar Osama bin Laden. Russland und Amerika planen einen gemeinsamen Zugriff. Gemeinsam, in Moskaus früherer Einflusssphäre? Ja. Russland entledigt sich damit tschetschenischer Rebellen. Die USA werden wohl gleich einen Stützpunkt in Georgien behalten. So verändert der 11. September an immer mehr Orten die gewohnte Ordnung. Wenn das nur mal überall gut geht.

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