Meinung : Der Tod ist schneller

Der Tod ist ein täglicher Gast im Nahen Osten geworden, aber so mörderisch wie gestern war kein Tag seit Beginn der Al-Aqsa-Intifada im Herbst 2000. Wer will entscheiden, ob Selbstmordattentate und Vergeltungsschläge nicht längst die Grenze zu einem regelrechten Krieg überschritten haben? Vor allem die israelische Seite überrascht mit ihrem immer brutaleren Vorgehen und dem massiven Waffeneinsatz. Warum bleibt Schimon Peres, Außenminister und Friedensnobelpreisträger, noch in der Regierung, fragen viele verständnislos. Er sagt, nur so könne er den zum Kampf entschlossenen Ariel Scharon von noch Schlimmerem abhalten. Wo aber liegt dann die Grenze, die Scharon überschreiten müsste, ehe die Arbeitspartei ihm ein Ultimatum stellt? Der amerikanische Präsident George W. Bush, der lange passiv geblieben war, hat ein Einsehen. Es muss etwas geschehen gegen das tägliche Morden, die stündlich ansteigenden Opferzahlen auf beiden Seiten, die palästinensischen Terroranschläge und israelischen Einmärsche in Flüchtlingslager, weil es sonst keine Rückkehr mehr gibt an den Verhandlungstisch. Bush schickt erneut Ex-General Anthony Zinni auf Vermittlungsmission in die Region. Warum erst jetzt und warum reist er nicht sofort, sondern erst gegen Ende nächster Woche? Es wird für viele Israelis und Palästinenser, Kämpfer und Zivilisten, zu spät sein. cal

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